„Wer hätte es vor wenigen Jahren für möglich gehalten, dass amerikanische ‚Häuslebauer‘ das Weltfinanzsystem an den Rand des Zusammenbruchs bringen könnten? Wer hätte erwartet, dass die Insolvenz einer einzigen großen Bank die gesamte Bankenlandschaft, ja den Finanzmarkt selbst in die Beinahe-Katastrophe führen würde – mit dramatischen Folgen für die so genannte Realwirtschaft: Rezession, steigende Arbeitslosigkeit und eine nie gekannte Verschuldung öffentlicher Haushalte?“ So beginnt der aktuelle Beitrag unseres Kollegen Thorsten Kiwitz, der zugleich Sprecher des im letzten Jahr gegründeten CDA-Arbeitskreises Banken und Sparkassen ist. Auch wenn zurzeit Griechenland und die Gefahr, dass diesem weitere Länder folgen könnten, alles überlagern, bleiben die von Kiwitz formulierten Fragen doch wichtig, um zumindest im Grundsatz verstehen zu können, wie es zur größten Banken- und Finanzmarktkrise seit dem schwarzen Freitag 1929 kommen konnte. Diese Krise und ihre Folgen sind nach wie vor für jeden von uns spürbar. Zwar kommt Griechenland eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für die Stabilität und sogar die Existenz der gesamten Euro-Zone zu, doch die Finanzkrise hatte weit hierüber hinausgehende globale Auswirkungen. Von Island bis in den Fernen Osten war – und ist es heute noch! – beinahe jeder Erdenbewohner in irgendeiner Weise von den Auswirkungen dieser Notlage betroffen. Das gesamte Weltfinanzsystem stand vor dem Kollaps. Allerdings stellt der Autor nicht nur Fragen nach dem „Wieso“, er fragt auch, was man seither getan hat und was man künftig tun kann, um ähnlich gefährliche Entwicklungen oder gar die Wiederholung einer solchen Krise verhindern zu können. Dabei verfällt der Artikel angesichts der durchaus desolaten Gesamtlage nicht etwa in Pessimismus, sondern greift vernünftige Vorschläge aus Politik und Praxis auf und entwickelt sie mit eigenen Überlegungen zu einem stimmigen Konzept, das geeignet sein sollte, unser Finanzsystem zumindest sicherer zu machen. Neben konkreten Forderungen an Politik und Wirtschaft, insbesondere aber an die Finanzwirtschaft, rückt der Autor vor allem die vielen tausend Kollegen und Kolleginnen in den Banken und Sparkassen in den Mittelpunkt, die im Gegensatz zu manchen Spitzenverdienern in den Führungsetagen keine Verantwortung für die Finanzkrise tragen: „Die Banken und Sparkassen in Deutschland wurden und werden, auch wenn in den Medien ein zum Teil anderes Bild gezeichnet wird, eben nicht ausschließlich von Investmentbankern oder Managern mit Gehältern und Boni ,jenseits von Gut und Böse´ geprägt, sondern in allererster Linie von überwiegend tarifgebundenen Kreditsachbearbeitern, Kundenberatern oder dem klassischen ,Schalterbeamten‘. Und weiter: „Die breite Mehrheit der Beschäftigten in Banken und Sparkassen darf nicht ohne Weiteres für das Versagen des Managements in Mithaftung genommen werden.“
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